Das Glas zum Springen bringen

24.06.2018/VRFF/AH/Berlin: „Ab durch die gläserne Decke!“, lautete das Motto der 14. Frauenpolitischen Fachtagung der dbb Bundesfrauenvertretung. Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten, wie die Arbeitswelt der Zukunft aussehen muss, damit sich Frauen und Männer gleichermaßen darin wohl fühlen, ihren Karriereweg gehen können und nicht nur ein gutes Einkommen, sondern auch eine gute Rente erarbeiten können.

Neben interaktiven Workshops war ein Highlight das Grußwort von Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey. Fachkompetent und humorvoll bearbeitete sie das Thema: „Das empfindlichste Körperteil des Mannes?“. „Das Portemonnaie!“ warf sie gleich hinterher. Genau deshalb müssten zum Beispiel soziale Berufe besser bezahlt werden, sonst kriege man dafür keine Männer. Weiter: „Frauen können alles, Männer können auch alles. Kinder erziehen, Ingenieurinnen sein, Beruf und Familie vereinbaren. Aber, nur 35% Frauen in Führungspositionen bleibt einfach zu wenig“.

Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb Bundesfrauenvertretung und Gastgeberin, sprach über die Chancen, die für die Frauen im Wandel der Arbeitswelt stecken. Sie betrachtet insbesondere den digitalen Wandel als Hoffnungsbringer für mehr Gleichberechtigung: „Die Erwerbsarbeit kann mobil und zeitlich flexibel erledigt werden. Der Wunsch nach Familie muss nicht länger dem beruflichen Erfolg untergeordnet werden oder umgekehrt. Das gilt für Mütter und Väter.“

Der Blick aus der Wissenschaftsperspektive von Prof. Dr. Christiane Funken beschreibt eine völlig neue Arbeitswelt: „Kooperation, Kommunikation und Interaktion zeichnen die Arbeitswelt der Zukunft aus.“ Frauen werden also nicht nur wegen des demographischen Wandels in Zukunft gebraucht.

Auch die VRFF Frauen waren vertreten (Foto). Die Vorsitzende der Bundesgendervertretung der VRFF, Astrid Hollmann, stimmte der Ministerin zu: „Gemischte Teams arbeiten einfach besser. Wer sich dieser Chance verschließt, schöpft nicht alle Möglichkeiten aus, um erfolgreich zu sein.“ Wichtig dabei aber ist, so Hollmann: „Nur gemeinsam können wir die gläserne Decke überwinden – das Glas zum Springen bringen, das Frauen daran hindert, in Führungspositionen zu gelangen.“ Schließlich ginge das Thema alle an, Männer und Frauen, denn, Gleichberechtigung sei auch eine Frage des friedlichen Zusammenlebens von Männern und Frauen, und damit ein friedliches Miteinander in einer Gesellschaft.

Mehr dazu auf

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/neue-perspektiven-fuer-den-oeffentlichen-dienst-/123930

https://www.dbb.de/td-frauen/news/digitale-verwaltung-entscheiden-muss-am-ende-der-mensch.html

https://www.dbb.de/td-frauen/news/frauen-4-0-ab-durch-die-glaeserne-decke.html

Fotos: © Businessfotografie Inga Haar