dbb bundesfrauenvertretung unterstützt gesetzliche Quotenregelung Wildfeuer: Förderung kommt vor Sanktion

Die dbb bundesfrauenvertretung hat die geplante Einführung einer flexiblen Quotenregelung zur Steigerung des Frauenanteils in den Führungsetagen börsennotierter Unternehmen grundsätzlich begrüßt. „Es ist immerhin ein kleiner erster Schritt in die richtige Richtung. Aber auch im öffentlichen Dienst sollte über die Einführung einer Mindestmarge für weibliche Beschäftigte diskutiert werden‘, forderte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 20. Oktber 2011. „Die Vorschläge der Ministerien zielen lediglich auf die Probleme in der Wirtschaft ab. Dabei zeigt sich in den öffentlichen Verwaltungen ein komplementäres Bild. Auch in den Bereichen des öffentlichen Dienstes, in denen überwiegend Frauen arbeiten, übernehmen vornehmlich Männer die Führung. Frauen stellen das Gros der Lehrkräfte an Schulen. Die Direktorenposten sind jedoch kaum weiblich besetzt. In Krankenhäusern sind überwiegend Frauen beschäftigt, der Chefarzt ist jedoch fast immer ein Mann. Auch hier sind rechtlich begründete Muss-Vorschriften notwendig“, so die Vorsitzende.

Gleichzeitig warnte Wildfeuer aber vor zu starren Quotenregelungen und fehlgeleiteten Sanktionen. „Mit einfallslosen Geldbußen setzt man keine Quote durch. Förderung muss vor Sanktion stehen. Wir brauchen positive Anreize, um die Unternehmenskultur zu verändern.“ Wildfeuer appellierte an die Regierung, Wege aufzuzeigen, wie in Dienststellen und Unternehmen gezielt weibliche Spitzenkräfte gefördert werden können. Wildfeuer sagte dazu: „Dort, wo bisher kein weiblicher Nachwuchs gefördert wurde, stehen auch keine weiblichen Führungskräfte zur Verfügung. Deshalb müssen die Weichen auf allen Ebenen auf weibliche Führungskräfte eingestellt werden. Das beinhaltet neben der gezielten Sensibilisierung von Vorgesetzten für ein nachhaltiges geschlechtergerechtes Personalmanagement auch praxisorientierte Maßnahmen, wie die Selbstverständlichkeit, Führungspositionen in Teilzeit zu besetzen und bedarfsorientiert flexible Ganz- tagsbetreuung für Kinder ab dem ersten Lebensjahr anzubieten‘.

Birgit Ulrich
Pressereferentin