Deutsche sollen länger arbeiten als bis 67

Altersgeld : Die OECD empfiehlt, das Rentenalter weiter heraufzusetzen und private Vorsorge zur Pflicht zu machen.

Mit 67 Jahren in Ruhestand zu gehen ist noch zu früh: Die Organisation für wirt- schaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) drängt die Regierungen der Industrieländer, das Renteneintrittsalter in den kommenden Jahrzehnten weiter anzuheben. In ihrem Bericht zu diesem Thema schreibt die OECD, dies sei an- gesichts der steigenden Lebenserwartung notwendig, um die Rentensysteme be- zahlbar zu halten. Zugleich forderte sie eine Pflicht zur privaten Zusatzversicher- ung. Zwar lebten derzeit deutlich weniger ältere Leute in Armut als früher. Aber die Arbeitskräfte von heute und morgen würden länger Arbeiten müssen und ge- ringere staatliche Renten beziehen. Längere Lebensarbeitszeiten verbesserten die finanzielle Tragfähigkeit der Rentensysteme und führten zu einer gerechteren Verteilung der Kosten zwischen den Generationen, erklärte die OECD.

Auch wenn solche Reformen „manchmal unpopulär sind und wehtun“, könnten sie auch dazu dienen, dass “ dringend benötigte Wachstum in alternden Volks- wirtschaften voranzutreiben“, sagte OECD – Generalsekretär Angel Gurria. Der Trend zu höheren Renteneintrittsaltern – auch über 67 Jahre hinaus – sollte ge- fördert werden. In den entwickelten Volkswirtschaften werde in den nächsten 50 Jahren die Lebenserwartung alle sieben Jahre um ein Jahr steigen. Die Regier- ungen sollten erwägen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu kopp- eln, so wie es in Dänemark und Italien bereits der Fall sei.

Die Rentenreformen der vergangenen zehn Jahren hätten in vielen Ländern zu ei- er Kürzung der staatlichen Rentenzusagen um bis zu einem viertel geführt, be- richtete die OECD. Wer heute zu arbeiten beginne und sein gesamtes Leben lang berufstätig sei, werde am Ende eine staatliche Nettorente erhalten, die nur etwa die Hälfte des vorherigen Nettoverdienstes ausmache. In rund der Hälfte der OECD – Länder werde dies dadurch aufgefangen, dass es eine Pflicht zur privaten Vorsorge gebe.

In Deutschland ist die private Altersvorsorge freiwillig. „Die private Altersversorg- ung obligatorisch zu machen wäre die ideale Lösung, um die Rentenlücke zu schließen“ empfiehlt der Bericht.

Quelle: KSTA, 12.06.2012