Deutschlandweit vor der Tür – Warnstreiks und gelebte Solidarität im „ÖRR“

09.11.2022/VRFF/Mainz: In vielen Anstalten, deren Töchtern und Gemeinschaftseinrichtungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (kurz ÖRR) hatte die VRFF Die Mediengewerkschaft ihre Mitglieder im Rahmen der Tarifverhandlungen zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Ebenfalls aufgerufen hatten, teils gemeinsam mit der VRFF, die Gewerkschaften DJV und verdi. In weiteren Anstalten zeigten sich die Mitglieder der VRFF solidarisch mit aktiven Mittagspausen, spontanen Kundgebungen oder Foto-Flashmobs.

Beim WDR wurden gleich mehrere Studios und Standorte bestreikt, in Köln-Bocklemünd erfolgte der Warnstreik gemeinsam mit den Mitgliedern der VRFF ZBS. Hier hatten die Gewerkschaften gemeinsam aufgerufen.

Bei Radio Bremen/Bremedia und auch im Saarländischen Rundfunk wurde der Warnstreik von allen vertretenen Gewerkschaften gemeinsam durchgeführt.

Eine „Aktive Mittagspause“ gab es, ebenfalls von allen Gewerkschaften initiiert bei der Deutschen Welle an den Standorten Berlin und Bonn.

Im ZDF haben sich Mitglieder der VRFF spontan zu einer Solidaritätsaktion getroffen. Hier starten die Gehaltstarifverhandlungen gerade erst.

Beim NDR fanden sich VRFF-Mitglieder zu einer spontanen Kundgebung zusammen. Auch dort sind die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten und bisher ergebnislos.

Der 2. Vorsitzende der VRFF, Stefan Rettner, sowie der Stellvertretende VRFF-Bundesvorsitzende, Uwe Tapken (HR) besuchten die Warnstreiks bei ZBS und WDR in Köln, während Jutta Fink von der VRFF der Landesanstalt für Medien NRW beim WDR-Warnstreik in Essen dabei war. Auch die Leiterin der VRFF-Bundesgeschäftsstelle war an ihre frühere Wirkungsstätte nach Köln-Bocklemünd gereist, um sich dort mit den Streikenden solidarisch zu erklären. Ebenfalls in Köln-Bocklemünd in ihrer „Heimat-Betriebsgruppe“ vor Ort waren die 1. Vorsitzende der Bundes-VRFF, Anke Ben Rejeb, sowie der Vorsitzende der VRFF-Bundestarifkommission, Christian Gesch.

Besonderen Besuch bekamen die Streikenden von ZBS und WDR in Köln-Bocklemünd. Volker Geyer, Stellvertretender Bundesvorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des VRFF-Dachverbandes dbb beamtenbund und tarifunion war extra kurzfristig aus Berlin angereist, um die VRFF persönlich vor Ort zu unterstützen und zu motivieren. Er hatte sich genau über den derzeitigen Stand an den Verhandlungstischen informiert und erklärte den Umgang der Anstalten mit den Gewerkschaften für nicht akzeptabel, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Inflation. Die VRFF dankt Volker Geyer für diese besondere Wertschätzung, die er mit seinem kurzfristigen Besuch seiner Mitgliedsgewerkschaft entgegenbringt und erhofft sich auch die uneingeschränkte politische Unterstützung des Dachverbandes für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Allgemeinen. Einen Artikel zum Besuch von Volker Geyer bei der VRFF gibt es auch unter: https://www.dbb.de/artikel/sieben-verhandlungsrunden-und-immer-noch-kein-vernuenftiges-angebot.html

Die Warnstreiks und Aktionen erfuhren regen Zuspruch bei den Mitgliedern, dem Dachverband dbb und dessen Fachgewerkschaften. Sie sorgten in vielen Anstalten auch für Ausfall und Störungen im Programm, die nicht etwa ausschließlich durch streikende Mitarbeitende aus programmgestaltenden Berufsbildern erfolgte, sondern insbesondere auch dadurch, dass die technische, organisatorische und verwaltende Infrastruktur teilweise durch die Streiks nicht bedient wurde.

Es bleibt zu hoffen, dass der dringende Appell für realistische Verhandlungsangebote nun bei den Verhandlungspartner*innen der Arbeitgeberseite angekommen ist und die nun folgenden Termine zu tragbaren Ergebnissen führen.