Ein Wandel, der alle angeht

 

09.03.2018/VRFF/AH/Berlin: „Kultur will Wandel“ – unter diesem Motto trafen sich Film- und Medienschaffende am Rande der Berlinale zur Diskussion über die Geschlechterkommunikation in der Branche. Mit dabei nicht nur tolle Frauen – auch die VRFF war mit der Vorsitzenden des Bundesgendernetzwerkes, Astrid Hollmann, und dem Vorsitzenden der Betriebsgruppen Freie Produktionswirtschaft in München, Roland Kuhne-Wanka, gut vertreten.

Eingeladen hatte die Initiative Pro Quote Medien, Das Familienministerium und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Anlass war die #Metoo-Debatte, in der sich Frauen erstmals öffentlich über sexuelle Belästigung in der Filmbrache zu Wort gemeldet haben.

Prominentester Gast der Veranstaltung war die Familienministerin, Katarina Barley. Sie stellte gleich zu Beginn fest “ Es geht in der Debatte nicht um die Einschränkung der künstlerische Freiheit – es geht um Drohungen und Mobbing. Es geht nicht um Sex, es geht um Machtmissbrauch“. Der Wandel müsse am Ende aus der Branche selbst kommen. Um hierbei zu unterstützen, ist mit den Mitteln aus dem Ministerium nun eine überbetrieblichen Beschwerdestelle für Opfer sexueller Belästigung und Übergriffen gegründet worden. Sie sei ein wichtiger Schritt hin zu einer gewaltfreien Arbeitskultur in der Filmbranche, betonte die Ministerin. Sie lobt ausdrücklich die Aktivitäten der Initiative ProQuote „Damit wird auch ein Kampf gefochten, für all die Frauen, die nicht im Rampenlicht stehen“.

Auch Astrid Hollmann von der VRFF zeigte sich von der Initiative und der Veranstaltung begeistert: „Es geht um einen Kulturwandel in der ganzen Branche. Gleichstellung ist eine Chance für die gesamte Abeitskultur, weil durch die Perspektive der Frauen das Bild davon, wie wir gemeinsam arbeiten wollen, erst komplett ist. Frauen und Männer tragen gemeinsam Verantwortung für ein friedliches und gerechtes Miteinander und zwar überall – in der Familie, im Beruf und in der Politik.“ Auch die Einrichtung einer Beschwerdestelle sei längst überfällig und eine gute Ergänzung zu den Gleichstellungsbeauftragten in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Geplant ist, dass die externe überbetriebliche Beschwerdestelle im März 2018 ihre Arbeit aufnehmen kann.

www.proquote-film.de

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/berlinale-gespraech-zu-sexueller-belaestigung-im-kulturbereich/122110

http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2018/Podiumsdiskussion_Kultur_will_Wandel_20180219.html;jsessionid=56D616CC3BF7A7CCADB2039102CBFE80.1_cid322