„Es liegt in unserer Verantwortung, das längere Leben zu einem Gewinn für alle zu machen.“ Bundespräsident Gauck eröffnet den 10. Deutschen Seniorentag in Hamburg

04.05.2012/bagso/BAR/Hamburg/Bonn: In seiner Ansprache auf der Festveran- staltung stellte der Bundespräsident die gesellschaftlichen Rollenbilder in Frage: „Warum teilen wir all die Tätigkeiten, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktio- nieren würde, nicht besser zwischen den Generationen und Geschlechtern – die Sorge um Kinder oder ältere Angehörige, die Arbeit im Haushalt, das Engage- ment in der Nachbarschaft, in der Zivilgesellschaft und in Ehrenämtern?“

Die Großveranstaltung, zu der bis zum 5. Mai insgesamt 20.000 Besucher er- wartet werden, findet zum ersten Mal in ihrer 25-jährigen Geschichte in Hamburg statt. Veranstalter ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisat- ionen (BAGSO), deren Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Lehr die Gäste im Congress Center Hamburg begrüßte.

Im Anschluss an die Rede des Bundespräsidenten richteten Bundesministerin Dr. Kristina Schröder, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und der Vor- stand der Körber Stiftung, Dr. Lothar Dittmer, Grußworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Kristina Schröder machte auf die Herausforderungen des demografischen Wand- els aufmerksam: „Der demografische Wandel macht unsere Gesellschaft – und damit auch das Alter – vielfältiger. Wir müssen darum Ja zum Alter sagen – und zwar in all seinen Facetten. Ich danke der BAGSO, dass sie uns heute alle dazu einlädt.“

Olaf Scholz hieß die Gäste des Seniorentages in Hamburg willkommen. Er wies darauf hin, dass die Zahl der über 60-Jährigen in Hamburg mit fast 430.000 schon die Dimension einer Großstadt erreicht habe. „Hamburg will die Chance nutzen, den vielen Tausend Besucherinnen und Besuchern des Deutschen Seniorentages zu zeigen, dass Hamburg eine lebenswerte Stadt für alle Generationen ist, in der man sein gesamtes Leben verbringen möchte – und kann.“

Neben dem Veranstaltungsmotto „JA zum Alter!“ stand in der Eröffnungsveran- staltung das Miteinander von Generationen und Kulturen im Zentrum. „Gemein- sam älter werden in Deutschland“ war der Titel eines Podiumsgesprächs mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider, dem Präsidenten des Zentralkom- itees der deutschen Katholiken Alois Glück und der Stellvertretenden SPD-Vor- sitzenden Aydan Özoguz.

Der Deutsche Seniorentag bietet Gelegenheit, sich mit dem eigenen Älterwerden, aber auch dem Älterwerden unserer Gesellschaft auseinander zu setzen. Die 100 Einzelveranstaltungen und zahlreiche weitere Angebote richten sich nicht nur an ältere Menschen, auch für junge Besucherinnen und Besucher bietet der Deut- sche Seniorentag viel Interessantes.

Auf der begleitenden Messe SenNova informieren Verbände der BAGSO und weitere Organisationen sowie die Freie und Hansestadt Hamburg und mehrere Bundesministerien an 230 Messeständen. Außerdem bietet die SenNova älteren Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Überblick über innovative Dienstleist- ungen und Produkte, so kann man das eigene Seh- und Hörvermögen, Geschick- lichkeit und Balance oder das Reaktionsvermögen testen.

Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Behörde für Gesundheit und Verbrauch- erschutz der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Hauptsponsoren sind die Deutsche Telekom und Pfizer Deutschland. Medienpartner sind der NDR, das Hamburger Abendblatt und der Senioren Ratgeber.

Die Tageskarte kostet 7,50 EUR, die Drei-Tage-Karte 20 EUR (letztere inkl. der Nutzung des HVV).

Weitere Informationen zum Programm unter www.deutscher-senioren- tag.de.