Gleicher Lohn und gleiche Chancen

07.03.2008/vrff/HOL/Berlin: Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März hat die Bundesgenderbeauftragte der VRFF, Astrid Hollmann, zu Aktionen für Frauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aufgerufen. Der Weltfrauentag soll daran erinnern, dass die Rechte der Frauen beachtet und ihre Gleichstellung in allen Ländern und in allen Bereichen, beruflich wie privat, tatsächlich umgesetzt werden.

Mit großem Erfolg ist die VRFF-Betriebsgruppe Deutsche Welle in Berlin diesem Aufruf gefolgt. Die Vorsitzende der Betriebsgruppe, Dagmar Bahr, hat mit ihrem Frauentagsteam insgesamt 400 Rosen verteilt und stieß dabei auf große Zustimmung zur Aktion. „Auch Männer waren begeistert, weil sie an Wichtigkeit des Tages erinnert wurd- en.“ so Bahr. Insgesamt konnte die Betriebsgruppe im Vorfeld der Perso- nalratswahlen im April eine sehr gute Aufmerksamkeit erzielen. In diesem Jahr kämpfen mehr Frauen als Männ- er auf der Liste der VRFF um die Mehrheit im Personalrat.
“ Vom Prinzip des gleichen Lohns für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit kann in Deutschland noch nicht ge- sprochen werden“, bekräftigte auch der Bundesvorsitzende der VRFF, Ulrich Eichbladt.
Die Kluft in der Bezahlung von Frauen und Männern ist auch 50 Jahre nach Inkrafttreten des Gleichberechtig- ungsgesetzes in Deutschland immer noch sehr deutlich. Frauen verdienen hier derzeit rund 22 Prozent weniger als Männer.

Astrid Hollmann mahnt zudem mehr Chancengleichheit an. In der Regel ist Frau- en trotz besserer Bildungsabschlüsse der Zugang zu besser bezahlten Position- en verwehrt. Drohende familiäre Pflichten verhindern oft den Zugang zu verantwort- ungsvollen Positionen. Familienarbeit und Erwerbsarbeit sollten miteinander ver- einbar sein.
„Ich bin mir sicher, dass man auch in acht Stunden ein guter Chef und eine gute Chefin sein kann“, so Hollmann. Familienpflichten sind Arbeit für die Gesell- schaft. Männer und Frauen sollten nicht mit einem Karriereknick für die Über- nahme von Familienverantwortung bestraft werden. In der Regel sind es immer noch Frauen, die wegen familiärer Pflichten in Teilzeit arbeiten oder schlechter bezahlten Positionen akzeptieren. „Und solange dass so ist“, bekräftigt Holl- mann, „hat der Weltfrauentag seine Berechtigung auch in Deutschland nicht verloren.“

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