Köln am 05. Januar 2015 – und es wurde stockduster!

05.01.2015/DBB-Köln & VRFF/NSch & ABR/Köln: Der Dom, die Kölner Rheinbrücken, Institutionen, wie der Gürzenich und andere Sehenswürdigkeiten, Privathaushalte, städtische Einrichtungen, Hotels, der LVR-Turm, … von Köln-Deutz aus betrachtet, konnte man am gestrigen Montag ab 18 Uhr zunächst den Eindruck gewinnen, dass das Stromnetz Kölns allmählich zusammenbrach. Doch die Verteilerkästen der RheinEnergie funktionierten tadellos; die Dunkelheit war die Reaktion Kölns auf die in Köln-Deutz angemeldete Demonstration der Kögida, einen Ableger der bundesweit agierenden und von rechtsradikalen Strukturen unterwanderten Bewegung “Pegida”.
 
Vor dem Deutzer Bahnhof versammelten sich nach dem Aufruf jener “Bewegung” geschätzt etwas mehr als gerade einmal 400 Anhänger, welche zuvor aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren. Geplant war dann ein Marsch von Deutz über die Deutzer Brücke in das Zentrum, um dann im Schatten des Doms eine Kundgebung abzuhalten.
 
Doch … Köln stellte sich quer!
 
Und das deutlich! Nach einem gemeinschaftlichem Aufruf von “Kein Veedel für Rasissmus”, “Arsch huh” und dem Aktionsbündnis “Köln stellt sich quer”, versammelten sich in ganz Deutz weit mehr als 5.000 Kölner/innen um den überwiegend rechtsradikalen Strömungen aus der Bewegung “Kögida” eine deutliche Absage zu erteilen.
 
“Als Mitglied des Aktionsbündnisses ‘Köln stellt sich quer’ war es selbstverständlich, dass auch der DBB Köln und seine Mitglieder ein Teil dieses deutlichen Zeichens gegen Rechts sein wird. Die Kölner Bezirksregion, die Menschen hier und der öffentliche Dienst ist weltoffen, tolerant und gegen jegliche Art des Extremismusses, egal von welcher Seite” so DBB Köln Chef Frank Schmidt, der gemeinsam mit über 200 Mitgliedern aus allen Kölner DBB Fachgewerkschaften in ganz Deutz die Gegendemonstration unterstützte.
 
“Ende vergangenen Jahres mussten wir alle miterleben, dass Köln als Schauplatz rechtsradikaler und menschenverachtender Parolen missbraucht wurde. Fast 50 Polizisten/innen wurden teilweise massiv verletzt, der Eigelstein verwüstet, Journalisten und Bürgern/innen bedroht sowie grundlos angegriffen und verletzt. DAS wollen wir nicht nochmal in Köln miterleben und darum stehen wir heute hier, Seite an Seite mit tausenden Kölner/innen und Stadtspitze, angeführt von Oberbürgermeister Jürgen Rothers. Gemeinsam mit vielen Kölnern/innen, politischen Vertretern der demokratisch agierenden Parteien und vielen anderen Verbänden, stehen wir heute friedlich und gewaltfrei jenen entgegen, die die Angst und Unsicherheit einiger Menschen um die aktuelle politische Diskussion zur Flüchtlings- und Asylpolitik dazu nutzen, ihre rechtsradikale Gesinnung zu verbreiten. Das geht vielleicht woanders, aber sicher nicht bei uns in Köln.” so Nils Schmidt, Pressereferent des Kölner DBB im Gespräch mit einem Lokaljournalisten bei der Gegendemo des Aktionsbündnisses aus ganz Köln.
 
Die gewaltige und eindrucksvolle Gegenbewegung der Stadtgesellschaft war dann auch der Grund, wieso sich die Initiatoren der Kögida erst gar nicht in Richtung Kölner Dom aufgemacht und schließlich “auf Anraten der Polizei” den sogenannten „Spaziergang“ abgesagt und Köln dann den Rücken gekehrt haben.
 
Polizei erledigte guten Job
 
Bei dem deutlichen Zeichen der Stadtgesellschaft gegen “Kögida” kam es leider auch zu einem Zwischenfall von wenigen Gegendemonstranten, die versucht haben, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, um sich dem irgendwann erwarteten “Demozug” der in Köln offenbar unerwünschten Anti-Islam-Bewegung entgegen zu stellen. Der Versuch scheiterte an den Kollegen/innen der Polizei, welche am heutigen Tag den gesetzlich schwierigen Auftrag hatte, beiden Seiten die gesetzlich zustehenden Möglichkeiten der Versammlungsfreiheit zu garantieren und die Bilder aus 2014 sicher noch nicht vergessen konnten. “Die Polizei hat hier angemessen reagiert und in ganz Köln einen gewohnt guten Job erledigt.” so Anke Ben Rejeb, Kölner DBBlerin aus der VRFF – Die Mediengewerkschaft, über das einzig erforderliche Einschreiten der Einsatzkräfte vor Ort.
 
Öffentlicher Dienst am heutigen Tag nicht wegzudenken
 
“Die Kölner Polizei, die KVBler/innen, die Stadt, die Rettungskräfte, und viele mehr haben heute gezeigt, wie leistungsstark und unverzichtbar der öffentliche Dienst auch bei solchen Tagen für die Bezirksregion ist. Ein dickes DANKESCHÖN von daher insbesondere an alle, die heute im Einsatz waren und die Rechte beider Seiten ausgewogen gewährleistet haben. Ein oft schwerer Job der leider eigentlich immer von irgendeiner Seite verurteilt wird. Auch keine schöne und oft zermürbende Sache wenn man mal bedenkt, dass der da gegenüber mit dem Schlagstock und dem Kampfoutfit auch vielleicht zwei Töchter, eine Frau und einen pflegebedürftigen Vater im 80 km weit entfernten Zuhause hat. Oder?!” ergänzte DBB Köln Gendervertreterin Susanne Metz.
 
“Kögida geht in Köln nicht!” stellte Metz dann überzeugt weiter fest und freute sich im Anschluss an die 5-stündige Zitterpartie im dunklen Deutz nur noch auf ein heißes Bad.
 
Dickes Dankeschön an alle Initiatoren und Unterstützer/innen
 
Der DBB Köln bedankt sich an dieser Stelle natürlich auch bei den Initiatoren und Unterstützern im Aktionsbündnis “Köln stellt sich quer”, “Arsch huh” und der Bewegung “Kein Veedel für Rassismus” für ein gelungenes Zeichen und ein überzeugendes Auftreten heute in Deutz.
 
Ein Dank geht jedoch auch an an jede/n Kollegen/in aus den DBB Fachgewerkschaften. Insbesondere die VRFF, die Komba, die DSTG, die NahVG, die GDS und GDL waren dem Aufruf zur Gegendemo personenstark gefolgt. Danke, ihr wart spitze!
 
“Bis zum nächsten Mal!” …
 
… verabschiedete sich Frank Schmidt, stellvertretend für alle DBBler am Ende der Veranstaltung von verschiedenen Initiatoren/innen und den zahlreichen Vertretern/innen von Stadt und Kommunalpolitik. “Dann, wenn in Zukunft mal wieder jemand denken mag, Köln als Bühne für menschenfeindliche “Politik” zu missbrauchen, sehen wir uns spätestens wieder! Und bitte denkt dabei immer daran, ohne die Menschen im öffentlichen Dienst, funktioniert auch die beste Flüchtlings- oder Asylpolitik nicht. Wir brauchen finanzielle Mittel, eine sachgerechte Ausstattung und genügend Personal, vergesst das bitte nicht bei den künftigen politischen Diskussionen und Haushaltsberatungen.”
 
Mehr Informationen zur Arbeit der DBB Fachverbände und dem DBB in Köln lesen Sie auf www.dbb.koeln !

 

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