Mehr Geld und gleiches Recht für alle

07.10.2009/vrff/HOL/Berlin: Über 500 feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen und von allen Standorten des rbb kamen am 1. Oktober vor das Fernsehzentrum in Berlin, um ihren Forderungen nach mehr Gerechtigkeit und Gehalt Ausdruck zu verleihen. Die Gewerkschaften ver.di und DJV kämpfen genauso wie die VRFF mit den Kolleginnen und Kollegen aber nicht nur für eine Lohnerhöhung, sondern auch für einen Sockelbetrag und damit gegen die immer größer werdende Einkommensschere. Außerdem für die Gleichbehandlung aller Beschäftigten an allen Standorten des rbb.

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„Es darf keinen weiteren Reallohnverlust geben“, so Regina Yates, die Vorsitzende der Betriebsgruppe der VRFF beim rbb. Sie hatte für die VRFF zu dem Warnstreik aufgerufen. Nach dem Zusammenschluss von ORB und SFB ist es zu großen Verwerfungen bei der Bezahlung der Mitarbeiter gekommen. Deshalb fordern alle Gewerkschaften: Endlich – gleicher Lohn für gleiche Arbeit – an allen Standorten.

Die Mitarbeiter der Rundfunkanstalten haben in 2003 bis 2006 erhebliche Reallohnverluste verschmerzen müssen und damit einen großen Beitrag zur Konsolidierung der Haushalte in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten geleistet.

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Mit der Aktion fand der erste offizielle Warnstreik in der Geschichte des rbb statt. 60 Mitarbeiter kamen sogar vom Standort Potsdam per Busshuttle. Das zeigte, dass sich die Beschäftigten des rbb nicht gegeneinander ausspielen lassen. Sie kämpfen für ihre Interessen. Auch VRFF-Mitglieder von der Deutschen Welle kamen angereist, um die Kolleginnen und Kollegen beim rbb zu unterstützen.

Die Auswirkungen bekamen alle zu spüren: Inforadio hat sein Programm eingestellt und dafür das Programm vom MDR übernommen.
Ein Hörfunk-Schaltraum war ohne Personal. Ein Abteilungsleiter versuchte vergebens, ihn in Gang zu bringen, daraufhin platzte eine Sendung. Die Grafik in Potsdam wurde komplett bestreikt.
“ Es geht uns nicht darum, Zuschauer oder Zuhörer zu treffen. Aber beim Rund- funk streiken heißt nun mal, das Programm lahm zu legen – so schwer es uns fällt,“ so Regina Yates.

Die VRFF hofft, dass die Geschäftsleitung des rbb das Signal verstanden hat. Sie muss sich mit ver.di, dem DJV und der VRFF an den Verhandlungstisch setzen und eine gerechte Vereinbarung zur Erhöhung der Gehälter und Honorare vor-legen. Das betrifft auch die Verhandlungen zu den Arbeits- und Mindestbedingungen für Freie.

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Die VRFF wird weiter kämpfen. „Ich danke allen, die ihr Streikrecht wahrgenommen haben und für ihre Rechte gekämpft haben“, so auch der Bundesvorsitzende der VRFF Ulrich Eichbladt. Sein Aufruf an die Ängstlichen: „Nur gemeinsam sind wir stark, also reiht euch ein.“