Money, money, money?!

Ein Kommentar von Anke Ben Rejeb und Christian Müller

13.01.2019/VRFF/ChM-ABR/Köln: Auf Heise online berichtet der freie Autor Viktor Heese, dass das Durchschnittsgehalt eines ARD-Mitarbeiters laut der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs) 9.422 € monatlich betrage. Im Laufe seines Kommentars stellt er dann Vergleiche des Wertes mit Durchschnittsgehältern von Mitarbeitern bekannter DAX-Unternehmen bzw. Gehältern von Fach- und Führungskräften an und versieht das Ganze mit dem Hinweis, dass diese „Traumgehälter“ kaum jemandem bekannt seien – so die Kurzfassung eines eben garnicht so neuen, aber dieses Mal besonders populistisch verwerteten Inhaltes.

Interessanterweise findet man nämlich bei allen ARD-Anstalten entsprechende Jahresberichte zur Einnahmen und Ausgaben, also auch zu den Personalkosten. Auf ARD-Ebene hatte man zudem bereits im September 2017 entsprechende Informationen komprimiert und auf einen Blick für den interessierten Zuschauer und -hörer hinterlegt:

http://www.ard.de/home/die-ard/fakten/Gehaelter_und_Verguetungen_in_der_ARD/4127124/index.html

Ebenso fällt dem geneigten Betrachter auch auf, dass die Berechnungsgrundlage beim Vergleich deutlich hinkt. So werden im „Heese-Durchschitt“ der ARD-Gehälter die außertariflichen Löhne von Intendanten, Programmdirektoren und auch Abteilungsleitern mit „in den Topf geschmissen“, während bei Heeses Durchschnittsgehalt der DAX-Unternehmensmitarbeiter die Spitzenverdiener aus dem Vorstand exkludiert sind. Eine Googleabfrage reicht hier bereits, um Licht ins Dunkel zu bringen. Ist das nachvollziehbar? Wir finden: Nein!

Für die „Privatsender“ greift der Kommentator dann garnicht erst auf Zahlen zum Vergleich zurück – die müsste man ja passend machen (auch hier hilft die Googlesuche). Stattdessen kritisiert er die betriebswirtschaftlichen Strukturen der öffentlich-rechtlichen Anstalten im Vergleich mit börsendotierten Medienunternehmen.

Die „üppigen“ Pensionen und die Sicherheit der Arbeitsplätze der ARD-Mitarbeiter, die sich nicht am Markt beweisen müssen, werden dann als Sahnehäubchen dazu spendiert. Nicht zu vergessen der Vergleich des aktuellen Monatsgehalts einer Intendantin mit dem (aktuell höchsten) Ehrensold eines Altkanzlers.

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt…

Man würde meinen, dass der Autor, seines Zeichens auch Wertpapieranalyst mit jahrzehntelanger Erfahrung, müsse es besser wissen. Hätte er mal besser die Maus gefragt – die hätte es gewusst…

Wer unlauter Äpfel und Birnen gegeneinander aufrechnet, wer diejenigen, die seinerzeit gesicherte Pensionen den mit (auch heute noch) höheren Gehältern winkenden Privatsendern vorzog, quasi pauschal verurteilt, wer lieber pauschal Neiddiskussionen schürt, anstatt den qualitativen und insbesondere auch gesellschaftspolitischen Wert eines beitragsfinanzierten und daher unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu würdigen, der hat aus unserer Sicht in der Schule gleich bei mehreren Fächern nicht aufgepasst.

Setzen, 6, Herr Heese!