Nichts ist selbstverständlich

06.03.2017/VRFF/AH/Berlin:

„ Alles was wir für normal halten, kann morgen Schnee von gestern sein – das gilt leider auch für Menschenrechte und vor allem auch für Frauenrechte, das zeigt der Blick auf die Welt“ stellt Astrid Hollmann, Bundesgenderbeauftragte der VRFF anlässlich des internationalen Frauentages am 08. März fest.

Nicht alles, wofür Frauen vor 100 Jahren gekämpft haben – teils unter Einsatz ihres Lebens – ist heute erreicht: Arbeitsschutzgesetze, die Einführung des Acht-Stunden-Tages und die Lohnangleichung für Frauen, die die gleiche Arbeit leisten wie Männer. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern lag auch in 2016 in Deutschland wieder bei 21 Prozent, der Unterschied in der Rente bei 60%.

Auch die VRFF hat in ihren Grundsätzen die Chancengleichheit verankert, denn wir wissen, dass insbesondere in der Medienbranche noch viel für die Chancengleichheit von Frauen und Männern getan werden muss. Das betrifft die Lohnunterschiede, aber z.B. auch den Anteil von Frauen in der Regie. Der Frauenanteil unter Regisseuren von Kino- und Fernsehfilmen liegt zwischen 7 und 15 Prozent. Dabei schneidet die ARD etwas besser ab – das ZDF schwächelt. Die Privaten vergeben meist nur Serien und niedrig budgetierte Filme an Frauen. Dabei ist heute fast jeder zweite Absolvent (42 Prozent) einer deutschen Filmhochschule eine Frau. Im Berufsalltag finden sich Frauen dann aber oft neben oder hinter dem Regiestuhl wieder: als Regieassistentinnen, vielleicht auch als Produzentinnen.

„Für uns als Mediengewerkschaft heißt das, weiter für Frauen und ihre Rechte zu kämpfen – nicht nur am Frauentag. Heute aber stehen wir in den Sendern bereit um den Frauen zum Frauentag zu gratulieren und sie daran zu erinnern, dass auch sie um ihre Rechte kämpfen müssen.“ betonte Hollmann.

Im ZDF haben 15 VRFFlerinnen und VRFFler unter dem Motto „Tempo“ 1000 Rosen und Tempotaschentücher verteilt. In der Betriebsgruppe WDR wurde anlässlich des Frauentages bei der diesjährigen MItgliederversammlung für den Verein LILa Spenden eingesammelt.
Schließlich gehe es darum, dass Männer und Frauen der gleiche Respekt in allen Fragen entgegengebracht wird – dass alle Menschen das gleiche Recht auf Chancen für ein würdiges Leben bekommen – das ist auch in 2017 offenbar nicht selbstverständlich, so Hollmann.

Weitere Informationen
http://www.pro-quote.de/
http://www.proquote-regie.de/
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension1/1_5_GenderPayGap.html
http://www.lila-in-koeln.de/

http://www.dbb.de/einkommensrunde2015