Psychische Erkrankungen weiter hoch

12.05.2018/VRFF/ABR/Köln: Mit Besorgnis beobachten wir seit Jahren, dass der Anteil der psychischen Erkrankungen im Rahmen von Arbeitsunfähigkeiten eklatant steigt. Im Durchschnitt liegen psychische Erkrankungen auf dem traurigen zweiten Platz der Arbeitsunfähigkeitsgründe, auch bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und ihren Töchtern.

Der Arbeitsausfall durch psychische Erkrankungen ist enorm und auch wenn viele Anstalten eine Menge im Bereich Gesundheitsmanagement tun, so sollte man doch zunächst die Ursachen bekämpfen und nicht erst handeln, wenn „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“.

Viele Betriebspsychologen berichten, dass die Ursachen insbesondere im Bereich Arbeitsverdichtung bzw. Arbeitsbelastung und auch in der Konfrontation mit ständigen Veränderungsprozessen stehen. Auch die Gewerkschaften wissen, dass die Intendanzen und Geschäftsleitungen nicht um des Sparens Willen sparen. Die Maßnahmen sind allerdings oft intransparent und für die Mitarbeiter*innen nicht nachvollziehbar.

Auch mit neuester Technik, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz ist an einigen Stellen die tägliche Arbeit in Regelarbeitszeit nicht mehr zu schaffen. Zudem mangelt es in bestimmten Bereichen auch an entsprechenden Fachkräften, so dass dort noch deutlichere Tendenzen zu dauerhafter Mehrarbeit zu erkennen sind.

Die VRFF fordert eine Reduzierung der Arbeitsverdichtung – zumindest auf Arbeitsspitzen. Zudem wird in vielen Bereichen mehr Personal benötigt, auch wenn das den Personalhaushalt an der ein oder anderen Stelle übersteigt. Menschen können nicht mehr als arbeiten und genau wie Maschinen gehen sie unter ständiger Überlastung irgendwann einmal kaputt…