Studie zur Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst

25.06.2022/VRFF/Mainz: Seit vielen Jahren prangert unser Dachverband dbb beamtenbund und tarifunion die Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an. Auch wir als VRFF Die Mediengewerkschaft haben in der Vergangenheit mehrfach auf Vorfälle, die sich gegen Mitarbeitende des Kreises der von uns vertretenen Berufsgruppen richteten, hingewiesen.

Dankenswerterweise stellt nun auch eine breit angelegte Studie, die durch das Bundesinnenministerium beauftragt wurde, dar, was wir bereits in der Vergangenheit vermutet haben. Befragt wurden im Rahmen der Studie über 10.000 Beschäftigte aus rund 1.600 Behörden. Erschreckendes Ergebnis der Befragung: Knapp einem Viertel aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist schon einmal Gewalt im Rahmen ihrer Tätigkeit widerfahren – die Dunkelziffer ist hoch.

Ebenso erschreckend finden wir es jedoch, dass die Anzahl der Vorfälle augenscheinlich in Zeiten von Corona noch einmal gestiegen ist. Dies beobachten wir auch gegenüber Beschäftigten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Die 1.Vorsitzende der VRFF Die Mediengewerkschaft, Anke Ben Rejeb, weist hierzu auf Folgendes hin: „Während man vor Corona die Jagd auf die „Lügenpresse“ eher bei Demonstrationen aus dem rechten Spektrum erleben musste, traf es Mitarbeitende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nun auch am Rande von Berichterstattungen zu sogenannten Querdenker-Demonstrationen und -veranstaltungen. Leider kam dies in der eigenen Berichterstattung der betroffenen Anstalten ein wenig zu kurz. Allen dürfte jedoch im Gedächtnis geblieben sein, was Berichterstattenden, u.a. von deutschen Rundfunkanstalten, in den USA beim Sturm auf das Kapitol passiert ist. Wenngleich bei der von uns vertretenen Klientel eine weitaus kleinere Gruppe von Menschen betroffen ist, als zum Beispiel im Feuerwehr- und Rettungsdienst, bei den Ordnungsbehörden, in der Justiz oder den Bürgerämtern, so sollte die Politik, wenn sie an einer Aufklärung interessiert ist, auch die Mitarbeitenden aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht aus dem Blick verlieren. Wir fordern die Politik daher auf, die Studie um die Gruppe der Mitarbeitenden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu erweitern. Immerhin haben auch unsere Mitarbeitenden einen Auftrag, der sich unmittelbar aus dem Grundgesetz ergibt. Auch ihr Schutz sollte der Politik ein Anliegen sein“, so Ben Rejeb.

Die VRFF schließt sich darüber hinaus vollumfänglich der Forderung des Bundesvorsitzenden von dbb beamtenbund und tarifunion, Ulrich Silberbach, nach der systematischen Erfassung der Angriffe sowie der Prävention und Nachsorge an. Hierbei möge man die Mitarbeitenden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks „an der Front“ nicht vergessen, ergänzt Anke Ben Rejeb.