„Tariferhöhungen müssen nachhaltig sein“

29.06.2022/VRFF/Mainz: In vielen Anstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks finden aktuell Tarifverhandlungen statt. Just in dieser Zeit schlägt Bundeskanzler Olaf Scholz vor, dass die Gewerkschaften doch bitte höhere Einmalzahlungen anstatt prozentualen Lohnerhöhungen zum Ausgleich der Inflation akzeptieren mögen.

Der Vorsitzende der VRFF-Bundestarifkommission, Christian Gesch merkt hierzu Folgendes an: „Eine Einmalzahlung zum jetzigen Zeitpunkt ist sicherlich nett gemeint, aber überhaupt nicht zielführend. Heute wurden die neuen Inflationszahlen veröffentlicht und mittlerweile haben wir eine Prognose von 6,9 % für das Jahr 2022 mit steigender Tendenz. Und die dadurch gestiegenen Preise werden sicherlich nicht wieder auf ihr altes Niveau zurückfallen. Eine hohe Einmalzahlung ist demnach keine dauerhafte Lösung. Es ist umso wichtiger, dass in den Tarifverhandlungen dieses Jahr ein nachhaltiger Abschluss erzielt wird, der die dauerhaft gestiegenen Preise auffängt. Auch da werden wir ein besonderes Augenmerk auf die Rentner legen, die eben nicht mehr unter die tarifgebundenen Arbeitsverhältnisse fallen“.

Der Vorschlag von Bundeskanzler Scholz sei auch ein gravierender Eingriff in die Tarifautonomie, so Gesch weiter. Tarifverhandlungen gehörten in die Hände der Gewerkschaften und der Arbeitgeber. Die Bundesregierung habe sicherlich andere Möglichkeiten, um die steigenden Inflationszahlen zu reduzieren, denn man werde nicht zulassen, dass die eigenen Mitglieder darunter litten, führt Gesch abschließend aus.