Warnstreik mit Besuch aus Berlin

09.11.2022/VRFF-ZBS/Köln: Zum mittlerweile vierten Warnstreik vor Verhandlungsrunde Nummer Acht hatte am heutigen Mittwoch die VRFF im ZBS ihre Mitglieder aufgerufen – wie auch schon beim dritten Warnstreik, erfolgte der Aufruf gemeinsam mit der Gewerkschaft verdi.

Dem Aufruf waren erneut eine Vielzahl von Mitgliedern und Mitarbeitenden gefolgt, die sich dieses Mal wieder am Streikort vor dem Eingang des ZBS versammelten. Auch die VRFF-WDR streikte nicht zentral in der Kölner Innenstadt, so dass sich deren Mitglieder ebenfalls vor Ort in Köln-Bocklemünd einfanden.

Unter dem Motto „Es ist 5 vor 12“ hatte die VRFF zu einem zünftigen Streikfrühstück am in den noch dunklen Morgenstunden blau beleuchteten Streikposten der VRFF eingeladen. Passend zum Motto gab es als besonderes Give-Away dann zwar keine Uhren, jedoch nachhaltige VRFF-Parkscheiben aus Pappe.

Nicht um „Fünf vor 12“, sondern bereits um kurz nach Acht, kam der Ehrengast. Volker Geyer, Stellvertretender Bundesvorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des VRFF-Dachverbandes dbb beamtenbund und tarifunion war der kurzfristigen Einladung der VRFF-Bundesvorsitzenden, Anke Ben Rejeb gefolgt, um die Streikenden persönlich zu unterstützen. Bei der Streikkundgebung fand er unter großem Applaus motivierende Worte und erklärte die uneingeschränkte Solidarität des Dachverbandes in dieser schwierigen Verhandlungssituation. Schockiert zeigte er sich darüber, dass man nach so vielen Verhandlungsrunden noch nicht bei einem Ergebnis angekommen sei, obwohl zum Zeitpunkt der Forderungsübermittlung die aktuell sehr hohe Inflation sowie die Energiekrise noch nicht berücksichtigt waren. Ebenso empfand er es als „äußerst traurig, dass zur heutigen Zeit noch eine Gewerkschaft die unbefristete Übernahme der Auszubildenden fordern muss.“ Die unbefristete Übernahme müsse in öffentlichen Anstalten eine Selbstverständlichkeit sein und nicht erst von den Gewerkschaften erkämpft werden, so Volker Geyer. Er lobte außerdem, „dass die VRFF an diesem Tag klare Kante zeigt, nicht nur hier in Köln, sondern bundesweit.“

Die VRFF im ZBS bedankt sich an dieser Stelle ganz ausdrücklich für die Anerkennung ihres Engagements durch Volker Geyer und damit durch den Dachverband.

Bei der von der Betriebsgruppenvorsitzenden, Steffi Stiebert und dem 1. Stellvertretenden Betriebsgruppenvorsitzenden und Streikleiter, Stefan Müller moderierten Kundgebung sprach außerdem der Bundestarifbeauftragte der VRFF, Christian Gesch. Er nimmt unter anderem auch an den Tarifverhandlungen für WDR und ZBS teil und konnte deshalb zum Stand der Verhandlungen aus erster Hand berichten.

Zu Gast waren außerdem der 2. Vorsitzende der Bundes-VRFF, Stefan Rettner (SWR), der Stellvertetende Bundesvorsitzende, Uwe Tapken (HR) sowie die Leiterin der VRFF-Bundesgeschäftsstelle, Angelika Toh.

Im ganzen Bundesgebiet fanden in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie deren Tochterunternehmen und Gemeinschaftseinrichtungen Warnstreiks sowie Tarif- und Solidaraktionen statt, an denen sich neben den Betriebsgruppen ZBS und WDR auch Mitglieder von Radio Bremen/Bremedia, dem SR, dem NDR, dem SWR, dem HR, dem ZDF, der Landesanstalt für Medien NRW und der Deutschen Welle Berlin und Bonn beteiligten.

Die Betriebsgruppe möchte sich ausdrücklich und besonders bei den Kolleg*innen bedanken, die heute in den Warnstreik getreten sind. Sie machen es mit ihrer Bereitschaft zur Arbeitsniederlegung überhaupt möglich, dass Grundlagen zu einer Einigung geschaffen werden können!