Zu Tode sparen auf Kosten der Programmqualität? Nicht mit uns!

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17.06.2009/vrff/BAR/Mainz: Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Gewerkschaftsvertreter versammelten sich vorgestern Morgen vor dem Eingang von Radio Bremen (RB), um die ARD-Intendant(inn)- en zu ihrer zweitägigen Sitzung zu empfangen, da- runter auch der VRFF-Betriebsgruppenvorsitzende Peter Winne, die stv. Vor- sitzende Martina Flöte und mehrere Vorstandsmitglieder. Eigens angereist, um Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von Radio Bremen zu bekunden, waren der Bundesvorsitzende der VRFF Die Mediengewerkschaft, Ulrich Eichbladt, sowie der stv. Bundesvorsitzende, Hans-Jürgen Knipprath.

Ein Thema des ARD-Intendantentreffens ist die Beratung über die desolate finanzielle Lage Radio Bremens sowie die Diskussion über weitere Sparmaß- nahmen.

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Der Hintergrund der „Empfangsaktion“ der Kolleg- innen und Kollegen von RB und der Tochtergesellschaften liegt in den permanenten Einsparmaß- nahmen der vergangenen Jahre begründet. Über fast 10 Jahre hinweg haben die Betroffenen den rigiden Sparkurs des Senders hin- genommen und mitgetragen zum Besten ihrer Rundfunkanstalt. Mittlerweile hat sich dadurch jedoch die Finanzlage Radio Bremens in Existenz bedrohender Weise zugespitzt, dies hat auch die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) in ihrem 16. Bericht festgestellt. Weitere Informationen über den Bericht zum Status von RB finden Sie unter. http://vrff.de/?p=821.

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Durch Transparente mit Zitaten aus dem 16. KEF- Bericht haben die betroffenen Kolleg(inn)en auf ihre Arbeitssituation aufmerk- sam gemacht: „Der gegenwärtige Finanzausgleich kann die Lebens- und Funktionsfähigkeit der kleinen Anstalten nicht sicherstellen.“; „RB und SR (= Saarländischer Rundfunk; Anm. d. Red.) haben gravierende Sparmaßnahmen vorgenommen. Ihre finanzielle Lage hat sich dennoch verschärft.“; „Mit ihren Einsparungen tragen die beiden kleinen Anstalten einen überproportionalen Anteil an der gesamten Sparanstrengung innerhalb der ARD.“; „Eine Finanzierung der Rundfunkanstalten unter ihrem Bedarf wäre… verfassungswidrig,“; Zusätzlich trugen die Versammelten weiße Masken, um zu verdeutlichen, was weitere Einsparungen zur Folge hätten: ein gesichts- und konturloses Programm, der Einheitsbrei eines Abspielkanals. Das, was das Besondere und qualitativ Hochwertige des RB-Programms ausmacht, wäre dann nicht mehr gewährleistet.

Viele Teilnehmer der Aktion haben die Intendanten auch in persönlichen Gesprächen auf die Folgen mangelnden Geldflusses hingewiesen, nämlich die Ausstrahlung eines drittklassigen Programms sowie massive personelle Einsparungen.

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Der Bundesvorsitzende der VRFF Die Mediengewerkschaft, Ulrich Eichbladt, kommentierte die katastrophale Situation des Senders RB mit den Wort- en: „Dies ist ein absurdes Beispiel, wie man sich zu Tode sparen kann und was geschieht, wenn Gelder nicht an den richtigen Stell- en eingesetzt werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben Kolleg(inn)en dermaßen tiefe Einschnitte hinnehmen müssen, um der Realisierung der neuen Maßnahmen in ihrem Sender nicht im Wege zu stehen. Und das Ergebnis? Das hochwertige Programm hat sich minimiert zugunsten dritt- klassiger Ausstrahlungen, was entsprechend Einsparungen im personellen Bereich zur Folge hat.“ Des Weiteren appelliert Ulrich Eichbladt an die Intendanten der ARD-Anstalten, dem Sender RB zukünftig die finanzielle Grundlage zu sichern, damit ein Programm realisiert werden kann, das die Professionalität und die Güte aufweist, wie es der Zuschauer bisher vom RB gewohnt war.

Der Appell an die ARD-Intendant(inn)en ist unmissverständlich – das Gesprächsergebnis bleibt abzuwarten.
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