Berlin/Bonn, 22. April 2026: Die Bundesregierung hat den Etat der Deutschen Welle (DW) stark gekürzt. Das bedeutet Einschnitte im Programm der Stimme Deutschlands im Ausland, die einen wichtigen Beitrag für Demokratie und Meinungsfreiheit leistet. Gegen die Kürzung haben am Mittwoch in Berlin Hunderte Beschäftigte der Deutschen Welle protestiert. Mit dabei: die VRFF Die Mediengewerkschaft und auch ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV). Bei der zentralen Kundgebung am Brandenburger Tor hat dbb-Chef Volker Geyer von der Schwarz-roten Koalition gefordert, die DW nicht kaputt zu sparen.
Mit der Aktion haben die Beschäftigten der Deutschen Welle und die Gewerkschaften ein klares Zeichen gegen die von der Bundesregierung vorgenommenen Kürzungen im Etat der Deutschen Welle gesetzt und eine ausreihende Finanzausstattung für die Zukunft gefordert.
Breite Unterstützung für Forderungen der DW-Beschäftigten aus dem öffentlichen Dienst

Ein wichtiges Signal der Solidarität setzte der dbb Beamtenbund und Tarifunion (dbb), dem Dachverband der VRFF Die Mediengewerkschaft, auf der Abschlusskundgebung. Dessen Bundesvorsitzender, Volker Geyer, hat sehr klare Worte gefunden, die der dbb auch auf Instragram gepostet hat. In seiner Rede hat er deutlich gemacht, dass freie, unabhängige und leistungsfähige Medien eine unverzichtbare Säule der Demokratie seien – und dass deren Qualität untrennbar mit den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbunden ist.
Geyer hat dabei die Verantwortung von Politik und Arbeitgebern betont, den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk und die Medien insgesamt strukturell zu stärken, statt sie durch Sparauflagen, Befristungen und steigenden Arbeitsdruck zu schwächen. Der dbb hat sich damit ausdrücklich an die Seite der Mediengewerkschaften und der Beschäftigten gestellt.
Kürzungen stellen gesetzlichen Auftrag der Deutschen Welle in Frage

Auf der Kundgebung hat Christoph Eich, der Vorsitzende der VRFF‑Betriebsgruppe Deutsche Welle Bonn klargestellt, dass ihn vor allem die zukünftige Perspektive der Deutschen Welle beschäftigt. Ein Auslandsrundfunk, der kaum noch in seiner eigenen Sprache produziere, stelle seinen gesetzlichen Auftrag infrage.
Das Deutsche Welle‑Gesetz verpflichte ausdrücklich dazu, Deutschland als Kulturnation und demokratischen Rechtsstaat verständlich zu machen und dabei insbesondere die deutsche Sprache zu fördern. Die deutschsprachigen Angebote seien dabei stets inhaltliche Ankerpunkte und Taktgeber für die anderen Sprachen gewesen. Ohne diese Perspektive drohe ein zentraler Teil der deutschen Sichtweise verloren zu gehen.
Am Beispiel des griechischen Programms hat er an die historische Bedeutung der Deutschen Welle als Stimme der Freiheit während der Militärdiktatur erinnert – und daran dass der deutsche Auslandsender bis heute eine hohe Glaubwürdigkeit in dem Land hat, das laut Reporter ohne Grenzen weiterhin massive Defizite bei der Pressefreiheit aufweist. Diese über Jahrzehnte erarbeitete Vertrauensbasis dürfe gerade in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen und Desinformation nicht leichtfertig aufgegeben werden. Die eindrucksvolle Plastik von Jacques Tilly habe diese Warnung auf der Kundgebung visuell auf den Punkt gebracht.
Aktionskünstler Tilly: Kürzungen bei der DW freut Autokraten weltweit

Auch Jacques Tilly, der für seine Motivwagen im Karneval von einem russischen Gericht in Abwesenheit zu acht Jahren Haft verurteilt worden ist, hat sich demonstrativ hinter die Beschäftigten der Deutschen Welle gestellt.
Mit einer eigens für die Kundgebung geschaffenen politischen Plastik hat der Aktionskünstler provokant und zugleich eindrücklich die Etatkürzungen für die DW kritisiert. Sie erhöhten weiter den Druck auf die Medien, gefährdeten den Schutz der Presse- und Rundfunkfreiheit und die journalistische Unabhängigkeit.
Die Tilly-Plastik hat den Forderungen der Beschäftigten eine starke visuelle Präsenz verliehen und gezeigt, dass es bei fairen Arbeitsbedingungen in den Medien nicht nur um Tariffragen, sondern auch um ein Grundrecht und eine tragende Säule der Demokratie geht.
Klare Forderungen der Protestierenden an Politik und Arbeitgeber
Die Demonstranten in Berlin haben deutlich gemacht, dass diese Verantwortung nur dann erfüllt werden kann, wenn:
- die Kürzungen zurückgenommen werden,
- eine auskömmliche Finanzierungsgrundlage für die Deutsche Welle geschaffen wird, auf deren Basis mittel- und langfristig geplant werden kann,
- ausreichend finanzielle Mittel für das Programm zur Verfügung stehen, was auch ausreichende Mittel für Personal und Technik beinhaltet,
- journalistische Unabhängigkeit vor politischem und wirtschaftlichem Druck geschützt bleibt.
Die gemeinsame Präsenz von VRFF, ver.di, DJV und dbb hat unterstrichen, dass die Gewerkschaften mit der Belegschaft zusammenstehen und ihre Anliegen verteidigen.
Protest gegen Kürzungen bei der Deutschen Welle geht weiter
Die Demonstration in Berlin war ein starkes Signal, aber kein Endpunkt. Die VRFF wird weiterhin entschlossen die Interessen der Kolleginnen und Kollegen – insbesondere bei der Deutschen Welle – in Tarifverhandlungen, Gremien und der öffentlichen Debatte vertreten.
Über die DW-Demo in Berlin haben unter anderem die dpa, Die Welt und die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Starke Medien brauchen starke Beschäftigte. Dafür kämpfen wir, die VRFF Die Mediengewerkschaft.
