Warnstreik Tarifrunde 2019 WDR & Beitragsservice

09.07.2019/VRFF-WDR-ZBS/CG-ABR/Köln: Kurz vor der 3. Verhandlungsrunde haben die VRFF Betriebsgruppen Beitragsservice und WDR sowie die anderen in den Häusern organisierten Gewerkschaften zum Warnstreik aufgerufen.

Zum größten Teil fand der Warnstreik vor den Türen des WDR statt, aber die Streikenden haben es sich nicht nehmen lassen, sich auch in mehreren Büroräumen/Studios lautstark bemerkbar zu machen – unter anderem war dies in Form eines „Pfeifkonzerts“ in den 12-Uhr-Nachrichten beim Radiosender 1live zu hören. Zudem fiel durch den Warnstreik für eine Stunde die beliebte Morgensendung „MoMa“ aus – es musste stattdessen eine bereits produzierte Stunde wiederholt werden.

In der 2. Verhandlungsrunde hat die Arbeitgeberseite ein Angebot unterbreitet, das in keiner Weise gerechtfertigt ist. Zudem wird eine Erhöhung des Angebots an absolut inakzeptable Forderungen geknüpft, die erhebliche Verluste für die Mitarbeiter bedeuten würden. Dies hat man auch der Presse mitgeteilt, die vor Ort Interviews geführt hat. Dabei bemängelten die beiden Betriebsgruppenvorsitzenden Ingo Nasemann (VRFF-WDR) und Christian Gesch (VRFF-Beitragsservice) auch, dass das vorgelegte Angebot nicht wertschätzend gegenüber den Mitarbeitern sei. Der WDR wird als Arbeitgeber immer unattraktiver, weil man gute zusätzliche Leistungen immer mehr streicht. Früher haben neue Mitarbeiter, die in der freien Wirtschaft mehr verdient hätten, auf mehr Geld verzichtet, weil man beim WDR und beim Beitragsservice eine gute Altersvorsorge und gute Arbeitsbedingungen vorfand. Aber die freie Wirtschaft hat aufgeholt, bietet den Mitarbeitern mobiles Arbeiten, Home Office und generell eine bessere WorkLife Balance an. Durch das Streichen oder Verschlechtern der zusätzlichen Leistungen findet man kaum noch gut ausgebildetes Personal. Zudem wird es immer schwieriger, Ausbildungsstellen zu besetzen, deren Stelleninhaber*innen dann übernommen werden sollen, um Rentenabgänge zu kompensieren.

Am 11.07.2019 findet die nächste Verhandlungsrunde statt und die Tarifkommission der beiden Betriebsgruppen erwartet ein deutlich verbessertes Angebot von der Arbeitgeberseite- und zwar ohne dieses an zusätzliche Forderungen zu knüpfen!